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Mehr als nur Ruhe - Wie Achtsamkeit Kinder fürs Leben stärkt

1. Sept.
8 Min. Lesezeit

Kinder müssen im Laufe des Lebens unglaublich viel lernen. Sie lernen sprechen, laufen, klettern, Fahrradfahren, schwimmen, lesen, schreiben und rechnen. Sie lernen, Freundschaften zu schließen, Konflikte auszuhalten, Rücksicht zu nehmen und immer selbständiger zu werden. Doch neben all diesen Fähigkeiten gibt es etwas, das mindestens genauso viel Raum verdient: das eigene Innenleben kennenzulernen.


Doch Kinder erleben nicht nur eine große und spannende Welt um sich herum. In ihnen selbst passiert ebenfalls unglaublich viel. Sie fühlen Freude und Begeisterung, aber auch Wut, Angst, Enttäuschung, Traurigkeit und Aufregung. Manchmal sind diese Gefühle ganz leicht und angenehm. Manchmal sind sie so groß, dass ein Kind gar nicht weiß, wohin damit.


Genau hier kann Achtsamkeit einen wertvollen Platz im Leben von Kindern bekommen.


Achtsamkeit bedeutet dabei nicht, dass ein Kind möglichst lange still sitzen, die Augen schließen oder besonders ruhig werden soll. Es geht auch nicht darum, unangenehme Gefühle wegzumachen oder aus einem lebhaften Kind ein besonders angepasstes Kind zu machen. Vielmehr geht es darum, Kindern die Möglichkeit zu geben, sich selbst bewusster wahrzunehmen.

  • was passiert gerade in mir?

  • Wie fühlt sich mein Körper an?

  • Was fühle ich?

  • Was brauche ich?

  • Was nehme ich gerade um mich herum wahr?


Diese Fragen können für ein Kind zunächst ungewohnt sein. Gleichzeitig können sie eine wichtige Grundalge dafür schaffen, sich selbst immer besser kennenzulernen.

Denn Kinder erleben ihre Gefühle häufig sehr unmittelbar. Ein kleines Kind weiß vielleicht nur: "Ich bin wütend!" Es spürt die Kraft dieser Wut, aber noch nicht unbedingt, was eigentlich dahintersteckt. Vielleich war es enttäuscht. Vielleicht fühlt es sich ungerecht behandelt. Vielleicht war es müde oder überfordert. Vielleicht waren einfach schon so viele Eindrücke da, dass der nächste kleine Auslöser zu viel war.


Achtsamkeit kann helfen, einen kleinen Moment zwischen dem Gefühl und der Reaktion entstehen zu lassen. Nicht sofort handeln zu müssen, sondern zunächst wahrzunehmen: "Da ist gerade Wut." Das bedeutet nicht, dass ein Kind seine Gefühle sofort kontrollieren kann. Gerade jüngere Kinder brauchen dabei die Begleitung und Sicherheit von Erwachsenen. Aber sie können Schritt für Schritt lernen, ihre Signale besser zu erkennen.


Vielleicht bemerkt ein Kind irgendwann, dass sich Wut bereits vorher ankündigt. Die Hände werden angespannt. das Gesicht wird heiß. Der Atem wird schneller. der Körper fühlt sich unruhig an. Wenn ein Kind solche Signale kennenlernt, kann daraus mit der Zeit ein wertvolles Bewusstsein entstehen: "Ich merke, was gerade mit mir passiert."


Und genau diese Selbstwahrnehmung ist ein wichtiger Bestandteil von Achtsamkeit.


Auch bei Aufregung kann sie hilfreich sein. Ein Kind vor seinem ersten Schultag, einem Auftritt, einem Wettkampf oder einer neuen Situation erlebt vielleicht Herzklopfen oder ein Kribbeln im Bauch. Statt dieses Empfindung sofort als etwas Schlimmes zu bewerten, kann es lernen: "Allein die Möglichkeit, das Erlebte wahrzunehmen und einzuordnen, kann Orientierung geben."


Dabei ist es wichtig, Gefühle nicht in gute oder schlechte Gefühle einzuteilen. Kinder dürfen glücklich sein. Sie dürfen aber auch traurig sein. Sie dürfen sich freuen und gleichzeitig Angst haben. Sie dürfen wütend werden und enttäuscht sein. Achtsamkeit kann Kindern vermitteln, dass all diese Gefühle zum Leben dazugehören.

Das bedeutet nicht, dass jedes Verhalten erlaubt ist. Ein Kind darf wütend sein, aber es darf deshalb nicht schlagen. es darf traurig sein, aber andere Menschen nicht absichtlich verletzen. Es darf laut sein und gleichzeitig gibt es Situationen, in denen Rücksicht notwendig ist. Achtsamkeit ersetzt keine Grenzen. Sie kann aber dabei helfen, die Gefühle hinter dem Verhalten besser wahrzunehmen und gemeinsam einen Umgang damit zu finden.


Auch die Aufmerksamkeit spielt im Leben von Kindern eine große Rolle. Kinder sollen zuhören, spielen, lernen, Aufgaben erledigen und sich in unterschiedlichen Situationen orientieren. Gleichzeitig ist es völlig normal, dass ihre Gedanken abschweifen. Achtsamkeit kann genau hier eine interessante Fähigkeit fördern: das Bemerken und Zurückkehren.


Ein Kind hört beispielsweise auf ein Geräusch. Irgendwann schweifen die Gedanken ab. Vielleicht denkt es an ein Spielzeug oder an etwas, das am Morgen passiert ist. Dann bemerkt es. "Ich bin gerade gar nicht mehr beim Geräusch." Und es richtet seine Aufmerksamkeit wieder darauf.

Das Ziel ist also nicht, niemals abzuschweifen. Das wäre weder für Kinder noch für Erwachsene realistisch. Vielmehr geht es darum, die eigenen Aufmerksamkeit immer wieder bewusst ausrichten zu können.


Das bedeutet für den Alltag nicht, dass Achtsamkeit ein Zaubermittel ist. Es bedeutet vielmehr, dass es gute Gründe gibt, Kindern diese Form der Selbstwahrnehmung spielerisch näher zu bringen.


Denn Achtsamkeit muss nicht groß sein.

  • Sie kann in einem einzigen bewussten Atemzug beginnen

  • in einem kleinen Moment, in dem ein Kind innehält und seinen Körper spürt

  • in einer kleinen Pause nach einem aufregenden Tag

  • beim bewussten Lauschen auf den Regen

  • beim Beobachten einer Schnecke im Garten

  • Beim Spüren des Windes auf der Haut

  • Beim langsamen Essen eines Stücks Obst

  • oder einfach in einem gemeinsamen Moment, in dem nicht s erledigt werden muss.


Gerade die Natur bietet Kindern dafür wunderbare Möglichkeiten. Kinder müssen nicht unbedingt auf einem Meditationskissen sitzen, um Achtsamkeit zu erleben. Ein Spaziergang kann zu einer kleinen Entdeckungsreise werden. Welche Geräusche sind zu hören? Wie fühlts ich die Rinde eines Baumes an? Wie riecht die Luft nach dem Regen? Welche Farben können entdeckt werden? Was bewegt sich im Gras?

Dabei geht es nicht darum, jeden Spaziergang in eine pädagogische Übung zu verwandeln. Manchmal reichte es, gemeinsam stehen zu bleiben und zu schauen.


Auch im Familienalltag können solche kleinen Momente entstehen. Vielleicht gibt es beim Abendessen keinen Fernseher oder kein Handy. Vielleicht wird vor dem Schlafengehen gemeinsam ein ruhiger Moment geschaffen. Vielleicht legt das Kind für einige Atemzüge die Hände auf den bauch und spürt, wie sich dieser beim Ein- und Ausatmen bewegt.

Es sind kleine Dinge. Aber gerade kleine Dinge können für Kinder leicht zugänglich sein.


Achtsamkeit darf außerdem spielerisch sein.

Gerade bei jüngeren Kindern ist es wichtig, dass sie nicht das Gefühl bekommen, an einer weiteren Aufgabe arbeiten zu müssen. Eine Fantasiereise kann genauso achtsam sein wie eine kurze Atemübung. Ein Wahrnehmungsspiel kann genauso wertvoll sein wie eine stille Minute. Ein Bewegungsspiel kann dazu beitragen, den eigenen Körper bewusster zu spüren.

Das Kind darf lachen, sich bewegen und ausprobieren.

Denn Achtsamkeit bedeutet nicht Stillstand. Sie bedeutet Bewusstheit. Ein Kind darf vollkommen lebendig sein und gleichzeitig lernen, sich selbst wahrzunehmen.


Vielleicht ist das gerade in unserer heutigen Zeit besonders wertvoll. Kinder erleben viele Reize und Informationen. Sie wechseln zwischen unterschiedlichen Aktivitäten, hören Geräusche, sehne Bilder und begegnen ständig neuen Eindrücken. Natürlich gehört das zu unserer Welt. Gleichzeitig brauchen Kinder aber auch Zeiten, in denen nichts passieren muss....

  • Zeit zum Spielen

  • Zeit zum Träumen

  • Zeit zum Kuscheln

  • Zeiten in der Natur

  • Zeiten für Langeweile

  • und Zeiten, in denen sie einfach einmal bei sich ankommen dürfen.


Achtsamkeit kann dabei eine kleine Brücke sein. Eine Brücke zwischen dem, was draußen passiert und dem, was innen geschieht.

Denn manchmal ist nicht das Außen das Problem. Manchmal ist einfach im Innen schon sehr viel los.


Ein Kind kommt aus dem Kindergarten nach Hause und explodiert wegen einer Kleinigkeit. Für Erwachsene wirkt dieses Verhalten vielleicht unverhältnismäßig. Doch möglicherweis war der tag voller Eindrücke, Regeln, Geräusche, sozialer Situationen und Anforderungen. Zu Hause fällt die Anspannung ab - und plötzlich kommt alles heraus.


In solchen Momenten kann es hilfreich sein, nicht nur das Verhalten zu sehen, sondern auch zu fragen: "Was könnte gerade in diesem Kind passieren?"


Achtsamkeit kann dabei helfen, diese innere Ebene stärker wahrzunehmen.

Und sie kann auch die Beziehung zwischen Eltern und Kindern verändern.

Wenn wir unserem Kind wirklich zuhören ohne sofort eine Lösung anzubieten, erleben Kinder: "Meine Gefühle dürfen da sein." Wenn wir sagen: "Ich sehe, dass dich das gerade sehr beschäftigt" statt sofort zu sagen "Das ist doch nicht schlimm", vermitteln wir: "Ich nehme dich ernst."


das bedeutet nicht, dass Eltern immer alles verstehen oder jede Reaktionen gutheißen müssen. Es bedeutet, präsent zu sein.

Und vielleicht beginnt Achtsamkeit deshalb sogar bei den Erwachsenen.

Kinder beobachten uns. Sie erleben, wie wir mit Stress umgehen, wie wir sprechen, wie wir reagieren, wenn etwas nicht funktioniert. Wenn ein Elternteil irgendwann sagt: "Ich merke, dass ich gerade sehr gestresst bin. ich brauche kurz einen Moment", lernt das Kind etwas sehr Wertvolles. Auch Erwachsene dürfen wahrnehmen, was in ihnen passiert.


Es muss nicht immer alles perfekt laufen.


Auch ein achtsamer Familien Alltag ist nicht immer frei von Stress, Streit oder lauten Momenten. Achtsamkeit bedeutet nicht, immer geduldig zu sein und bedeutet auch nicht, niemals die Nerven zu verlieren. Vielleicht bedeutet si manchmal sogar, nach einem schwierigen Moment zurückzukommen und zu sagen: "Ich war gerade sehr laut. das war nicht gut. Es tut mir leid."

Auch darin steckt für Kinder und Erwachsene eine wichtiger Lernerfahrung.


Kinder müssen nicht lernen, niemals Fehler zu machen. Sie dürfen lernen, Fehler wahrzunehmen und Verantwortung zu übernehmen. Achtsamkeit kann somit weit über eine einzige Aufgabe hinaus gehen. Sie kann eine Haltung sein: innehalten, wahrnehmen, neugierig bleiben und nicht sofort alles bewerten.

Vielleicht ist genau das eine Fähigkeit, die Kinder auf unterschiedlichen Lebenswegen begleiten kann. Denn die Herausforderungen verändern sich. Was heute ein Streit um ein Spielzeug ist, kann später ein Konflikt mit Freunden sein. Aus der Angst vor dem ersten Kindergartentag, wird vielleicht die Aufregung vor einer Prüfung. Aus dem Frust über ein verlorenes Spiel, wird später die Enttäuschung über etwas, das im Leben nicht so funktioniert, wie man es sich gewünscht hat.


Wir können unsere Kinder nicht vor all diesen Erfahrungen bewahren. Aber wir können ihnen helfen, sich selbst besser kennenzulernen.


Wir können ihnen zeigen, dass Gefühle kommen und wieder gehen. Dass es erlaubt ist, eine Pause zu brauchen. Dass man nicht auf jeden Gedanken sofort reagieren muss. dass man Hilfe holen darf. dass der eigene Körper Signale sendet. Und dass es möglich ist, immer wieder bei sich selbst anzukommen.


Genau darin kann die besondere Stärke eines Achtsamkeitskurses für Kinder liegen.

Kinder ab 5 Jahren bekommen die Möglichkeit, Achtsamkeit nicht nur einmal kennenzulernen, sondern über einen längeren Zeitraum immer wieder zu erleben. Durch wiederkehrende Rituale und kindgerechte Übungen können sie vertrauter mit der eigenen Wahrnehmung werden. Sie dürfen ausprobieren, was ihnen guttut und ihre ganz eigenen Erfahrungen sammeln.

Dabei geht es nicht darum, dass jedes Kind am Ende still sitzen und eine bestimmte Übung perfekt durchführen kann. Vielleicht ist ein Kind voller Begeisterung dabei. Vielleicht beobachtet ein anderes Kind zunächst lieber. Vielleicht braucht ein Kind Bewegung. Vielleicht genießt ein anderes die Ruhe.

All das darf sein.

Denn Achtsamkeit bedeutet nicht, dass alle Kinder gleich werden. Sie darf Kindern vielmehr helfen, ihre eigene Art wahrzunehmen. Und vielleicht ist das der schönste Gedanke hinter einem solchen Kurs:

Wir möchten Kinder nicht verändern.

Wir möchten ihnen einen Raum geben, in dem sie sich selbst entdecken dürfen.

Einen Raum, in dem Gefühle sein dürfen.

Einen Raum, in dem Bewegung und Ruhe nebeneinander Platz haben.

Einen Raum, in dem ein Kind nicht funktionieren muss, sondern einfach da sein darf.

Einen Raum, in dem dein Kind einfach bei sich ankommen darf.


Und vielleicht ist das eine Fähigkeit, die Kinder nicht nur heute brauchen können, sondern die sie ein Stück auf ihrem gesamten Lebensweg begleitet. Denn das Leben wird nicht immer leise sein. Es wird aufregende Tage geben, schwierige Tage, fröhliche Tage und Tage, an denen einfach alles zu viel erscheint.

Wir können nicht alle Wellen vor unseren Kindern fernhalten. Aber wir können ihnen helfen, ihren eigenen inneren Boden kennenzulernen.


Und manchmal beginnt das mit etwas ganz Kleinem:

  • ein Atemzug

  • ein bewusster Moment

  • einem Gefühl

  • einem Zuhören

  • einer Pause


Mehr als nur Ruhe - Achtsamkeit kann Kindern einen Weg zeigen, sich selbst besser kennenzulernen und mit mehr Bewusstheit durchs Leben zu gehen.


Einladung zum Achtsamkeitskurs für Kinder ab 5 Jahre.


In meinem fortlaufenden Achtsamkeitskurs dürfen Kinder ab 5 Jahren genau diesen Raum erleben. Spielerisch, kindgerecht und ohne Leistungsdruck entdecken sie ihre Körperwahrnehmung, ihre Gefühle, ihre Sinne und verschiedene Möglichkeiten, bewusst innezuhalten.

Durch Fantasiereisen, Bewegung, kleine Atem- und Wahrnehmungsübungen, Geschichten, Naturerlebnissen und kreativen Impulsen wird Achtsamkeit für Kinder erlebbar.

ES geht nicht darum, dass sie ruhiger werden, es geht darum, ihnen Zeit und Raum zu schenken, um sich selbst besser kennenzulernen.


Eine kleine Auszeit für große Gefühle.

Ein Raum zum Spüren, Entdecken und Wachsen.



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